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Vom Nachbarn aus Lebensgefahr gerettet


30.04.2016, 14:13 Uhr – Brandeinsatz, Zellbach.

Die Alarmierungen der Feuerwehren im Landkreis Goslar erfolgen über Digitalen-Meldeempfänger Hier bekommt jede Feuerwehrfrau und jeder Feuerwehrmann bei der Alarmierung schon mitgeteilt, um welche Schadenslage es sich handelt und wo der Einsatzort ist.  Bei Großschadenslagen wird in Clausthal-Zellerfeld neben dem Funk- auch Sirenenalarm gegeben, um auch die Feuerwehrfrauen und –männer zu erreichen, die nicht mit einem Meldeempfänger ausgestattet sind. Wenn diese Kombination eintritt, ist schon eine größere Schadensmeldung in der Feuerwehreinsatz- und Rettungsleitstelle eingegangen.

 

Am heutigen Samstag wurde um 14:13 Uhr die Feuerwehr Clausthal-Zellerfeld mit dem Stichwort "Feuer - groß" (Gebäudefeuer) alarmiert.

 

In einer Wohnung eines Wohnhauses am Zellbach war es zu einem Schadensfeuer gekommen. Den Bewohnern war der Fluchtweg durch die brennenden Räumlichkeiten abgeschnitten. Um gerettet werden zu können, machten sie sich an einem Fenster bemerkbar. Ein aufmerksamer Nachbar hatte die Situation zügig erfasst, die Feuerwehr alarmiert und ist mit einer Anstellleiter den Bewohnern zu Hilfe geeilt. Noch vor eintreffen des „Brandmeisters vom Dienst“ (BvD) hatte der Nachbar die Bewohner über seine Leiter aus dem ersten Obergeschoß befreit.

 

Nun ging es Schlag auf Schlag. In kurzen Zeitabständen traf ein Feuerwehrfahrzeug nach dem Anderen ein. Sofort wurden Trupps mit der Personensuche im Gebäude beauftragt, da zu dem Zeitpunkt nicht bekannt war, ob sich noch weitere Personen im Haus aufhielten. Weitere Kräfte gingen parallel zur Brandbekämpfung vor. Umgehend wurde die Anleiterbereitschaft hergestellt. Sie dient den vorgehenden Trupps als zweiter Rettungs- und Rückzugweg für die Selbstrettung. Daneben können auch so evtl. noch aufgefundene Personen auf dem kürzesten Weg ins Freie gelangen.

 

Die mit der Personensuche beauftragten Einsatzkräfte durchsuchten das gesamte Haus. Sie konnten die Rückmeldung an die Einsatzleitung geben, dass sich keine weiteren Personen mehr im Gebäude befänden. Die parallel dazu unter schweren Atemschutz eingesetzten Angriffstrupps stellten, teilweise unter NULL-Sicht, fest, dass sich der Brandherd auf die Küche beschränkte. Das Feuer konnte schnell gelöscht werden. Danach war zwar der Einsatz nicht beendet, aber die Einsatzkräfte konnten den „Rest“ in Routine übergehen lassen. Der Brandherd und die angrenzenden Räumlichkeiten wurden mit der Wärmebildkamera nach weiteren Glutnestern abgesucht, Temperaturen gemessen, um Rückschlüsse auf verstecke Brandnester ziehen zu können. Stückweise wurden die Einsatzkräfte entlassen und kehrten in die Wache zurück.

 

Abschließend folgte eine Schadstoffmessung, um festzustellen, ob die Räumlichkeiten bedenkenlos betreten werden können.

 

Das letzte Einsatzfahrzeug verließ gegen 16:10 Uhr die Einsatzstelle, die zuvor an die Polizei übergeben wurde.

 

Die Feuerwehr möchte sich an dieser Stelle für die Aufmerksamkeit und das beherzte Eingreifen des Nachbarn bedanken, denn ein „Wegschauen“ hätte schlimme Folgen haben können.

 

Im Einsatz befanden sich

  • 6 Fahrzeuge der Ortsfeuerwehr Clausthal-Zellerfeld
  • 2 Rettungswagen des DRK Clausthal-Zellerfeld
  • 2 Rettungswagen der KreisWirtschaftsBetriebe
  • 1 Notarzteinsatzfahrzeug

sowie der Stadtbrandmeister Clausthal-Zellerfeld, der sich ein Bild über die Lage machte.

 

 



       (P. Müller 30.04.2016)

Fotos: P. Müller (ED) Feuerwehr Clausthal-Zellerfeld